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Therapie & Leistungen

Alle Bausteine Ihrer Rehabilitation


Gehschule ist mehr als Gehen: Hier finden Sie alle Leistungen im Detail – von der Gangbildanalyse über das Prothesentraining bis zur Angehörigenschulung. Alle Bausteine sind verordnungsfähige Heilmittel und an beiden Standorten in Nauort und Dernbach verfügbar.

Kernleistung der Gehschule

Gehtraining & Gangbildanalyse


Gehen mit Prothese ist erlernbar – aber es will systematisch trainiert werden. Im Gehtraining nach Beinamputation arbeiten wir vom sicheren Stehen über die Gewichtsübernahme bis zum flüssigen, symmetrischen Gangbild. Grundlage ist die fortlaufende Gangbildanalyse: Wir beobachten Ihr Gehen über alle Gangphasen, erkennen Abweichungen und Ausweichmuster und korrigieren sie, bevor sie sich einschleifen.

Das Ergebnis: ein ökonomischer Gang, der Kraft spart, Folgebeschwerden an Rücken und Gelenken vorbeugt – und Ihnen die Sicherheit gibt, sich wieder frei zu bewegen.

Für wen geeignet

  • nach Unterschenkel- oder Oberschenkelamputation
  • nach Knie- oder Hüftexartikulation, Fußamputation
  • erste Schritte ebenso wie Gangoptimierung nach Jahren

Ziele & Ablauf

  • physiologisches, symmetrisches Gangbild
  • Gehökonomie und Ausdauer für längere Strecken
  • Analyse → Schwerpunkte → Training → Kontrolle
Sicherheit von Anfang an

Prothesentraining & Umgang mit der Prothese


Die Prothese soll ein Teil von Ihnen werden – kein Fremdkörper. Im Prothesentraining üben wir alles, was dafür nötig ist: das An- und Ausziehen, den richtigen Sitz von Liner und Schaft, den kontrollierten Belastungsaufbau und das Vertrauen in die Versorgung. Dazu gehört auch das Stumpfmanagement: Hautkontrolle, Umgang mit Volumenschwankungen und die Abstimmung mit Ihrer Orthopädietechnik, wenn etwas drückt oder nicht optimal sitzt.

Ob Interimsprothese in den ersten Monaten oder Definitivversorgung – wir holen Sie bei Ihrem Versorgungsstand ab.

Für wen geeignet

  • Erstversorgte mit Interimsprothese
  • Prothesenträger mit Unsicherheiten oder Druckstellen
  • nach Versorgungswechsel (neuer Schaft, neues Kniegelenk)

Ziele & Ablauf

  • sicherer, selbstständiger Prothesenumgang
  • voller Belastungsaufbau ohne Überlastung
  • enge Rücksprache mit dem Orthopädietechniker
Alltagshürde Nummer eins

Treppentraining


Treppen sind für viele Prothesenträger die größte Hürde im Alltag – und mit der richtigen Technik gut zu meistern. Wir trainieren das Treppensteigen Schritt für Schritt: zunächst im Nachstellschritt mit Geländer, je nach Versorgung und Mobilitätsgrad bis zum alternierenden Treppensteigen. Die Technik richtet sich nach Ihrer Amputationshöhe und Ihrem Prothesenkniegelenk – pauschale Anleitungen gibt es bei uns nicht.

Für wen geeignet

  • alle Prothesenträger – vom Handlauf bis zur freien Treppe
  • besonders wichtig bei Treppen im Wohnumfeld

Ziele & Ablauf

  • sichere, kraftsparende Treppentechnik auf und ab
  • Steigerung von der Übungstreppe bis zum Treppenhaus
  • inklusive Rampen und Steigungen
Der Alltag findet draußen statt

Outdoortraining


Der Praxisflur ist eben, gut beleuchtet und trocken – Ihr Alltag ist es nicht. Deshalb verlagern wir Teile des Trainings gezielt nach draußen: Bordsteine, Kopfsteinpflaster, Schotterwege, Rasen, Steigungen und Gefälle. Sie lernen, den Untergrund zu „lesen“, das Tempo anzupassen und auch bei Wind und Wetter sicher unterwegs zu sein – im Ort, beim Einkaufen oder auf den Wegen des Westerwalds.

Für wen geeignet

  • Prothesenträger, die drinnen bereits sicher gehen
  • alle, die wieder eigenständig mobil sein möchten

Ziele & Ablauf

  • Sicherheit auf wechselnden Untergründen
  • realistische Alltagswege statt Laborbedingungen
  • schrittweise Steigerung von Distanz und Schwierigkeit
Sicherheit, die bleibt

Gleichgewicht & Sturzprävention


Sturzangst ist nach einer Amputation normal – und der beste Weg dagegen ist trainierte Sicherheit. Wir verbessern systematisch Ihr Gleichgewicht und Ihre Standsicherheit, trainieren schnelle Ausgleichsreaktionen und üben bewusst das, worüber niemand gern spricht: das sichere Aufstehen vom Boden. Wer weiß, dass er nach einem Sturz wieder hochkommt, bewegt sich freier – und stürzt dadurch seltener.

Für wen geeignet

  • Prothesenträger mit Unsicherheit oder Sturzangst
  • ältere Patienten und Menschen nach Stürzen

Ziele & Ablauf

  • stabiler Stand, sichere Gewichtsverlagerung
  • Reaktions- und Schutzschritt-Training
  • Aufstehen vom Boden – geübt, nicht gefürchtet
Was wirklich zählt

Alltagstraining & Mobilität


Wir trainieren, was zählt: Aufstehen und Hinsetzen, Ein- und Aussteigen ins Auto, Tragen von Einkäufen, Bücken, Aufheben und all die kleinen Bewegungen, die ein selbstständiges Leben ausmachen. Das Alltagstraining verbindet Kraft, Gleichgewicht und Prothesentechnik zu genau den Bewegungsabläufen, die Sie täglich brauchen – damit Sie Ihren Alltag wieder eigenständig meistern.

Für wen geeignet

  • alle, die konkrete Alltagssituationen üben möchten
  • auch als Vorbereitung auf die Rückkehr in den Beruf

Ziele & Ablauf

  • Transfers: Stuhl, Bett, Auto, Boden
  • Alltagshandlungen unter realistischen Bedingungen
  • individuelles Eigenprogramm für zu Hause
Gemeinsam stark

Angehörigenschulung


Eine Amputation betrifft nie nur einen Menschen. Wir zeigen Ihren Angehörigen sichere Hilfestellung und Transfers und wie sie Sie im Alltag optimal unterstützen – ohne sich selbst zu überlasten und ohne Ihnen die Aktivität abzunehmen. Denn gut gemeinte Hilfe an der falschen Stelle bremst die Rehabilitation; richtiges Unterstützen beschleunigt sie.

Für wen geeignet

  • Partner, Kinder und pflegende Angehörige
  • auf Wunsch integriert in Ihre Therapietermine

Ziele & Ablauf

  • rückenschonende Hilfestellung und Transfers
  • richtiges Verhalten bei Unsicherheit oder Sturz
  • Unterstützen ohne zu übernehmen
Kraft ist die beste Versicherung

Krankengymnastik am Gerät (KGG) & Krafttraining


Gezielter Muskelaufbau an Stumpf, Rumpf und verbleibender Extremität ist die Grundlage jeder Prothesenversorgung: mehr Stabilität, bessere Prothesenkontrolle, weniger Überlastung. Bei der Krankengymnastik am Gerät trainieren Sie an medizinischen Zug- und Kraftgeräten, mit denen sich Widerstände präzise steuern und systematisch steigern lassen – in kleinen Gruppen von maximal drei Personen, mit fortlaufender therapeutischer Anleitung.

Krankengymnastik am Gerät (KGG): Krafttraining nach Amputation an medizinischen Trainingsgeräten

Für wen geeignet

  • Muskelaufbau nach Amputation und OP
  • Prävention von Überlastung der Gegenseite
  • Rückkehr in Aktivität und Sport

Ziele & Ablauf

  • Verordnung „KGG“ durch Ihren Arzt
  • 40–60 Minuten betreutes Training je Einheit
  • individuell dosierte, steigerbare Belastung
Die therapeutische Basis

Krankengymnastik · Manuelle Therapie · Manuelle Lymphdrainage


Krankengymnastik (KG) ist das Fundament: aktive Übungen, Mobilisation und ein Eigenübungsprogramm – individuell auf Befund und Ziele abgestimmt. Sie ist zugleich die häufigste Verordnung, über die die Gehschule läuft.

Manuelle Therapie (MT) behandelt gezielt Gelenke, Muskeln und Nerven: etwa Hüft- und Kniegelenk der verbleibenden Seite, die Lendenwirbelsäule bei Fehlbelastung oder Bewegungseinschränkungen nach langer Immobilität – damit Beweglichkeit und Belastbarkeit zurückkehren.

Manuelle Lymphdrainage (MLD) ist nach Amputation besonders wertvoll: Mit rhythmischen, sanften Griffen regen wir den Lymphabfluss an, reduzieren Stumpfödeme und Schwellungen – wichtig für die Wundheilung, die Schaftpassform und den Belastungsaufbau.

Für wen geeignet

  • KG: alle Phasen der Rehabilitation
  • MT: Gelenkbeschwerden und Bewegungseinschränkungen
  • MLD: Stumpfödeme, Schwellungen, nach OP

Verordnung

  • ärztliche Heilmittelverordnung: KG, KGG, MT oder MLD
  • nach Amputation: BVB & LHB nutzen
  • gesetzlich, privat und Selbstzahler
Häufige Fragen

Fragen zu unseren Leistungen


Welche Verordnung brauche ich für die Gehschule?

In der Regel verordnet Ihr Arzt Krankengymnastik (KG) oder Krankengymnastik am Gerät (KGG); die spezialisierte Ausrichtung als Gehschule erfolgt durch unser fortgebildetes Team. Ergänzend können Manuelle Therapie (MT) und Manuelle Lymphdrainage (MLD) verordnet werden. Details auf der Seite Verordnung.

Kann ich schon vor der Prothesenversorgung beginnen?

Ja – und es lohnt sich. Vorbereitendes Training mit Kräftigung, Gleichgewichts- und Rumpfübungen sowie Stumpfmanagement schafft die besten Voraussetzungen für die ersten Schritte mit der Interimsprothese.

Was passiert bei der Gangbildanalyse?

Wir beobachten Ihr Gehen systematisch über alle Gangphasen, identifizieren Abweichungen und Ausweichmuster und leiten daraus konkrete Trainingsschwerpunkte ab. Auffälligkeiten an Schaft oder Prothesenaufbau besprechen wir mit Ihrer Orthopädietechnik.

Trainieren Sie auch draußen?

Ja. Sobald die Grundlagen sitzen, verlagern wir Teile des Trainings nach draußen: Gehwege, Bordsteine, Kopfsteinpflaster, Steigungen, Rasen und Schotter – denn der Alltag findet nicht auf dem Praxisflur statt.

Was lernen Angehörige in der Angehörigenschulung?

Sichere Hilfestellung und Transfers, Unterstützung beim Prothesenumgang und das richtige Verhalten bei Unsicherheit oder Sturz – und wie man im Alltag optimal unterstützt, ohne sich selbst zu überlasten oder dem Betroffenen die Aktivität abzunehmen.

Helfen Sie auch bei Phantomschmerzen?

Ja. Wir beraten zum Umgang mit Phantomschmerzen und integrieren bewährte Ansätze wie Desensibilisierung und gezieltes Training in die Behandlung. Bei ausgeprägten Beschwerden stimmen wir uns mit Ihren behandelnden Ärzten ab.

Unsicher, welche Leistung zu Ihnen passt?


Wir beraten Sie gern – zu Training, Verordnung und den nächsten Schritten. Unverbindlich und in Ihrem Tempo.